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PRESSEMITTEILUNG:

Kreis Recklinghausen, 11. Mai 2011

Delegation der Uni Moskau zu Gast im Katasteramt

Besuch von der Uni Moskau im Kreishaus
Wissenschaftler der Uni Moskau waren in diesen Tagen im Kreis Recklinghausen zu Gast. Dabei besuchten sie auch die Kolleginnen und Kollegen des Katasteramts im Kreishaus, um sich über das Grundbuch- und Katastersystem, moderne Geoinformationstechnik und ein europaweites Raumbezugssystem zu informieren.

Die Gäste erfuhren, wie die digitalen Geobasisdaten des Fachdienstes im nächsten Jahr auf internationale Normen und Standards und auf ein europaweites einheitliches Raumbezugssystem umgestellt werden. In der Kreisverwaltung wurden die Wissenschaftler aus den Bereichen des Landmanagements und der Flurbereinigung vom Fachbereichsleiter Ludwig Nau und seinen Mitarbeitern über die Aufgaben eines Katasteramtes und der Zusammenarbeit mit dem Grundbuchamt informiert. Was in Deutschland funktioniert, ist andernorts längst kein Standard. Das Interesse des Auslands an deutschem Wissen zum Thema Eigentumssicherung und Eigentumsübergang ist deshalb besonders groß.

Neben der Sicherung des Eigentums am Grund und Boden sind die Katasterkarte und weitere Geobasisdaten des Fachdienstes auch „Rohstoff“ für viele andere Anwendungen in Verwaltung und Wirtschaft, z.B. für die Planung von Wohn- und Gewerbegebieten oder die Dokumentation von Leitungen der Ver- und Entsorgungsunternehmen. Darüber hinaus wurde den Gästen erläutert, wie die im bisherigen Raumbezugssystem der preußischen Landesaufnahme festgelegten Informationen auf ein europaeinheitliches Raumbezugssystem „ETRS 89“ umgestellt werden und wie in diesem Zusammenhang die Auswirkungen der durch den Kohleabbau entstandenen Bodenverschiebungen minimiert werden können.

Auf besonderes Interesse bei den russischen Gästen stießen die digital geführten Nachweise. „Um die Verfügbarkeit der Geobasisdaten im Kreis Recklinghausen zu verbessern und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, haben wir in den letzten ca. 20 Jahren die umfangreichen analogen Katasterunterlagen von etwa 6 Millionen Punkten in digitale Informationssysteme eingestellt“, erklärte Nau und fügte hinzu: „Um die bisher erzielten Effekte weiter zu steigern, stellt das Katasteramt die digitalen Informationen im nächsten Jahr auf internationale Normen und Standards um. Die Nutzer können dann künftig über das Internet ohne Spezialsoftware auf die Geobasisdaten zugreifen.“

Die zehnköpfige Delegation setzte sich zusammen aus Professoren und Studenten der Moskauer staatlichen Universität für Landmanagement und Flurbereinigung. Sie waren in Begleitung von Vertretern der TFH Georg Agricola aus Bochum und wurden von der Umwelt- und Sozialdezernentin Susanne Gobrecht sowie dem Fachbereichsleiter für Umwelt, Straßen und Geoinformation Ludwig Nau im Kreishaus begrüßt.

Der Besuch kam zustande über Professor Dr.- Ing. Stelling von der TFH Bochum, bei dem seit Sonntag die russischen Gäste zu Besuch sind. Die Verbindung zur Moskauer Universität entstand auf einem internationalen Symposium. Vertreter der TFH beteiligten sich dort mit Beiträgen.

(Quelle: Kreis Recklinghausen)