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10. August 2009

Schneider und Schneider in Dorsten

Diskussionsveranstaltung mit DGB-Vorsitzenden Guntram Schneider und dem Bürgermeisterkandidaten Dr. Hans-Udo Schneider
Eine öffentliche Diskussion zur Arbeitnehmerpolitik fand am 6. August unter freiem Himmel auf dem Dorstener Marktplatz statt.
Neben dem Landratskandidaten Cay Süberkrüb hatte der Dorstener Bürgermeisterkandidat Hans-Udo Schneider seinen Namensvetter den DGB NRW-Vorsitzenden Guntram Schneider zu der Veranstaltung eingeladen. Guntram Schneider vertritt im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen die Interessen von rund 1,7 Millionen Mitgliedern.

Thema der Gesprächsrunde war die aktuelle Wirtschaftskrise, die durch die Bankenkrise ausgelöst worden ist. Diese schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit trifft Nordrhein-Westfalen vergleichsweise besonders hart – so lautet das Fazit der neuesten Untersuchung des DGB NRW.
„Der Druck auf die Arbeitsmärkte steigt“, so der DGB-Vorsitzende weiter. „Der deutlich unterdurchschnittliche Auftragseingang seit Beginn des Jahres verheißt eher eine Verschärfung der Situation. Seit Beginn der Krise haben mehr als 60.000 Arbeitnehmer in der Leiharbeit ihren Job verloren.“
Bürgermeisterkandidat Hans-Udo Schneider fand klare Worte zu dem Entstehen der aktuellen Krise: „Sie ist auf keinen Fall einfach so über uns hereingebrochen. Das ist Volksverdummung. Die Ursachen sind hausgemacht – Umverteilung von unten nach oben und eine nicht mehr zu befriedigende Gier nach Rendite. Dazu Eliten, die sich mehr um das Wohl von Banken kümmern als um das Gemeinwohl.“
Dazu Cay Süberkrüb: „Notwendig sind jetzt grundlegende Veränderungen in der Industrie- und Arbeitsmarktpolitik, mit denen die negativen Folgen der Krise auf die Beschäftigungssituation abgefangen werden können. Für die vom Strukturwandel betroffenen Städte in der Emscher-Lippe-Region müssen alle politischen Anstrengungen zur Überwindung der Krise verstärkt werden.“

Süberkrüb weiter: Dazu gilt es auch auf Bundesebene Regelungen zu finden, um die vorhandenen Arbeitsplätze zu schützen. Dazu gehört auch, dass das Überleben des Steinkohlebergbaus und seiner Zuliefererindustrie in der Region auf Dauer gewährleistet wird.“

Der DGB-Vorsitzende Guntram Schneider stellte eindeutig seine Forderungen auf: „Selten war bei uns der Kampf für Arbeitnehmerrechte so notwendig wie in diesen Zeiten der Krise und des Sozialabbaus. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen wieder für ihre Rechte kämpfen. Das geht nur mit starken Gewerkschaften. Nur so lässt sich die Spaltung unserer Gesellschaft aufhalten und „Arbeit für alle bei fairem Lohn“ umsetzen.“

In der Diskussion regte Dorstens Bürgermeisterkandidat Hans-Udo Schneider zwei konkrete Projekte in und für Dorsten an. Zum einen die Gründung eines neues DGB-Ortsverbandes in Dorsten, zum anderen ein Bündnis Schule im Übergangsfeld zum Beruf. Heimische Wirtschaft, Handwerk, Gewerbe, Kirchen und Sozialverbände sollen sich zusammenschließen, um jedem ausbildungswilligen Jugendlichen dieser Stadt auch eine Lehrstelle zu garantieren.