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NRW / Kreis RE, 15. Mai 2009

Cay Süberkrüb erklärt sich mit Streikenden solidarisch

Forderungen der Sozialarbeiterinnen und Erzieherinnen begründet
Heute haben in Nordrhein-Westfalen 5.500 Beschäftigte von Kindertagesstätten, Sozialdiensten und Jugendämtern in 26 Städten gestreikt, weitere 2000 Beschäftigte beteiligten sich an betrieblichen Aktionen. Für den Beginn der kommenden Woche ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zu weiteren Streiks auf.

Am kommenden Montag und Dienstag, 18. und 19. Mai, wird es in 31 nordrhein-westfälischen Städten zu Streiks kommen. ver.di erwartet, dass sich rund 6.000 Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen landesweit an den Streiks beteiligen werden. Die Eltern der betroffenen Kinder sind im Vorfeld informiert worden.

In einem Brief an Andrea Becker, der Geschäftsführerin des ver.di-Bezirks Emscher-Lippe-Nord spricht Cay Süberkrüb, als Landrat 2009 nominiert, seine Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen aus, die sich an den Aktionen und Streiks der Sozialpädagoginnen und Erzieherinnen beteiligen.

Hier sein Brief im Wortlaut: „Wenn sich in den Aktionen und Streiks der Sozialpädagogen und Erzieherinnen die Gelegenheit ergibt, richte den Kollegen bitte meine solidarischen Grüße aus.

Bevor ich Kämmerer in Herten wurde, war ich bei der Stadt Herten fast zehn Jahre Leiter des Fachbereichs für Schule und Jugend. Ich weiß von den Problemen der Eltern und Kinder zwischen Emscher und Lippe.

Wir alle müssen gemeinsam dafür einstehen, dass Kinder ihre Lebenschancen nutzen können. Dass Bildung vom Kindergarten bis zur ersten Berufsausbildung oder einem ersten Studienabschluss kostenfrei sein muss, ist meine Forderung als langjähriges Mitglied von AWO, VERDI und SPD.

Dabei ist aber auch klar, dass die Mitarbeiter, die jeden Tag in den Tageseinrichtungen für Kinder im Einsatz sind, Schwerstarbeit leisten. Diese Arbeit kann nicht hoch genug geschätzt werden. Hohe Verantwortung, extreme Lärmbelastungen und Mobiliar, das oft für Vierjährige, aber nicht für Vierzigjährige geeignet ist, führen zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen. Dabei verdienen mehr als ein Drittel aller Erzieherinnen brutto weniger als 1500,- €.

Erzieherinnen haben eine absolut anstrengende, anspruchsvolle und unterschätzte Arbeit, für die sie eindeutig unterbezahlt sind. Spitzenleistungen setzen aber eine ordentliche Bezahlung voraus. Keiner muss sich sagen lassen, dass er auf ordentlichen Lohn für gute Arbeit verzichten soll, weil für die Kinderbetreuung nicht genug Geld da ist.“

Hintergrund des Streiks ist die ver.di-Forderung nach einem Tarifvertrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung für den Sozial- und Erziehungsdienst. Bisher hat die Vereinigung Kommunaler Arbeitgeber (VKA) die Aufnahme von Verhandlungen über diesen Tarifvertrag abgelehnt.

Die Streiks der Erziehungs- und Sozialdienste finden am 18. und 19. Mai in einigen Städten in Nordrhein-Westfalen statt, unter anderem in Castrop-Rauxel, in Marl und in Gelsenkirchen.