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Gladbeck / Kreis RE, 10. Januar 2009

Neujahrsempfang des DGB in Gladbeck

"Heute müsstet Ihr erfunden werden"
Bissig und bitterböse, sarkastisch und unglaublich komisch: Wilfried Schmickler.
"Wenn es Euch nicht gäbe - heute müsstet Ihr erfunden werden!" - Wilfried Schmickler, der Scharfrichter unter den deutschen Kabarettisten, fand beim Neujahrsempfang des DGB in Gladbeck am Mittwoch deutliche Worte.

Josef Hülsdünker durfte bei der Veranstaltung viele Gäste begrüßen. Er freute sich besonders über die starke Präsenz der Kolleginnen und Kollegen aus den Einzelgewerkschaften und über die Vertreter aus der Region. Eindrucksvoll die Riege der SPD: Frank Baranowski, Uli Roland, Johannes Beisenherz, Anne Heck-Guthe, Cay Süberkrüb, Hans-Udo Schneider, Jutta Haug, Michael Groß, Andreas Becker, Jochen Poss und viele weitere Spitzengenossinnen und -genossen aus der Region waren dabei.

"Kapitalismus in der Krise - Aufwind für Gewerkschaften" überschrieb der Vorsitzende der DGB Region Emscher-Lippe die Veranstaltung: Der neoliberale Schlachtruf "Privat vor Staat" bekomme in der Krise eine völlig andere Bedeutung. Das Geld, das die Politik wegen der Fehlspekulation versenken musste, war eigentlich nicht da. Es war jedenfalls nicht für mehr soziale Gerechtigkeit und individuelle Freiheit da. Gerade in der Emscher-Lippe Region sei es nun wichtig, Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Sektor zu sichern.

Auch Detlef Wetzel, 2. Vorsitzender der IG Metall, stellte klar, dass in dieser Krise die Gewerkschaft wichtiger sei, denn je. Ein gutes Leben für alle zu sichern, mit Wertschätzung, Fairness, Solidarität und Respekt, sei weiterhin unverzichtbar. Am Beispiel der Leiharbeit werde klar: Von der ungerechten Behandlung im Aufschwung gehe es direkt zur ungerechten Behandlung in der Krise. Leiharbeit sei keine Brücke in die den Arbeitsmarkt, sondern "eine Rutsche in die Arbeitslosigkeit".

Wilfried Schmickler bedankte sich bei den Gewerkschaftern: Wenn es Euch nicht gäbe - heute müsstet Ihr erfunden werden! Seine bitterbösen Wahrheiten trafen ins Mark - bissig und bitterböse, sarkastisch und unglaublich komisch - ein kabarettistischer Blick in die Finanzkrise. Alle wurden vorgeführt, um sich ihre Ohrfeigen abzuholen: die Erfinder der Rettungsschirme, die Berater als Wunderheiler, die gestern den Staat verteufelt haben und sich ihm heute schon wieder als Gurus andienen und die nimmersatten Heuschrecken-Züchter. Statt V für Victory heißt es bei Ackermann jetzt "V"-erzicht oder "V"-erzeiht. Unter diesem Zeichen führe Ackermann jetzt die Kolonnen der demütigen Vorstände in den Verzicht auf Bonuszahlungen, klärte Schmickler die Zuhörer auf.