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Herten / Recklinghausen, 10. November 2008

Bergfest lässt Himmel über Hoheward glühen

Eröffnung des Horizont-Observatoriums auf der Halde
Eröffnung Horiziont-Observatorium im November 2008
Heinz-Dieter Klink,Jochen Welt, Eckhard Uhlenberg, Cay Süberkrüb, Dr. Uli Paetzel, Ferdinand Zerbst, Jürgen Eikhoff und Wolfgang Pantförder (v.l.) bei der Eröffnung des Horizont-Observatoriums.
Mit einer spektakulären Licht- und Feuershow, außergewöhnlicher Alphornmusik und einem Sternenmarsch haben der Regionalverband Ruhr (RVR) und das Land NRW den zweiten Bauabschnitt des Landschaftsparks Hoheward feierlich eröffnet. Hertens Bürgermeister Dr. Uli Paetzel zeigte sich in seiner Ansprache begeistert: „Die Zeit des neuen Ruhrgebiets hat begonnen.“ Er freut sich über dieses einmalige „Bauwerk der Menschheit“.

NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg betonte in seiner Ansprache: „Das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt 2010 gibt ein richtungweisendes Beispiel für andere Metropolen“.

"Dies ist ein toller Ort. Ich kann nur jedem empfehlen, über die Städte verbindende Drachenbrücke auf die Halde zu gehen und von hier oben die unglaubliche Aussicht zu genießen. Hier wird einem deutlich, wie schön und grün wir im Vest leben", gerät auch Landratskandidat Cay Süberkrüb ins Schwärmen.

Das Horizont-Observatorium krönt weithin sichtbar die Haldenlandschaft, elf Aussichtbalkone geben Einblick in die Metropole Ruhr und die fertig gestellten Ring- und Balkonpromenaden erleichtern die Haldenerkundung. NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg und RVR-Direktor Heinz-Dieter Klink haben gemeinsam mit Spitzenvertretern aus dem Kreis Recklinghausen, den Städten Herten und Recklinghausen sowie der RAG AG den Bürgerinnen und Bürgern den Landschaftspark offiziell übergeben.

Meridian- und Äquatorbögen aus Stahl

Auf dem Landschaftsbauwerk an der Stadtgrenze Herten / Recklinghausen hat der RVR mit finanzieller Unterstützung des Landes NW eines der spektakulärsten Projekte im Emscher Landschaftspark umgesetzt: Das Horizont-Observatorium. Es stellt eine moderne Version prähistorischer Steinkreise wie Stonehenge dar.

Das Bauwerk nach einer Idee des Leiters der Westfälischen Volkssternwarte Recklinghausen, Dr. Burkard Steinrücken, besteht aus einer kreisrunden, ebenen Fläche auf der Haldenkuppe von rund 95 Metern Durchmesser, einem in der Mitte abgesenkten Forum und zwei Halbkreisen aus Stahl mit einem Durchmesser von 90 Metern. Die Stahlbögen spannen sich wie die Großkreise Meridian und Himmelsäquator über den Platz. Von dem abgesenkten Forum aus breitet sich das Plateau der Halde in alle Richtungen wie ein künstlicher Horizont aus. Mit Hilfe von Peilmonumenten können dort Sommer- bzw. Wintersonnenwenden oder die Astronomischen Jahreszeiten oder Mondwenden beobachtet werden. Die alles überspannenden Bögen teilen den Himmel in Ost- und Westhälfte sowie in Nord- und Südhalbkugel und dienen so tagsüber als Sonnenkalender und nachts als Orientierungshilfe am Sternenhimmel.

Haldenerlebnis mit Promenaden und Balkonen

Neben dem Amphitheater auf dem Haldenplateau wurden im zweiten Bauabschnitt rund zwanzig Kilometer Wanderwege angelegt. Auf der Ringpromenade am Haldenfuß und der sieben Kilometer lange Balkonpromenade können Besucher die Halde ebenerdig erkunden. Serpentinen führen zur mittleren Ebene und an zwei Stellen, dem Salentinplatz und der Drachenbrücke, auch direkt zur Sonnenuhr bzw. zum Observatorium. Elf Stahlbalkone sind zusätzlich markante Aussichtspunkte in die Region. Die Fußgängerbrücke vom Zukunftsstandort Ewald komplettiert die Balkonpromenade. Die im Februar dieses Jahres eröffnete Drachenbrücke über die Cranger Straße schließt den Stadtteil Hochlarmark an den Landschaftspark Hoheward an.

Rund elf Millionen Euro investierte der RVR in den zweiten Bauabschnitt. Das Land NRW und die EU haben das Projekt zu 90 Prozent mit Mitteln aus dem Ökologieprogramm Emscher Lippe gefördert. Die verbleibenden zehn Prozent sind Eigenmittel des RVR.

Rückblick: Der Obelisk als Sonnenuhr

Seit mehr als fünf Jahren baut der RVR die Halde zum neuen Markenzeichen der Metropole Ruhr aus. Bislang sind die Nord- und Ostflanke der Halde umgestaltet worden, da dort bereits die Aufschüttungen des Bergbaus abgeschlossen waren. Die in 2006 eingeweihte Horizontalsonnenuhr auf dem östlichen Plateau mit dem rund neun Meter hohen Obelisken als Zeiger und Schattenwerfer veranschaulicht eine Jahrtausende alte Art der Zeitmessung.

Ausblick: Ein Platz für Veranstaltungen

In einem dritten Bauabschnitt soll ein Veranstaltungsplatz entstehen, auf dem Events verschiedenster Art durchgeführt werden können. Zudem soll die Ringpromenade von der Drachenbrücke über das Aktiv-Linear-Band bis zum Zukunftsstandort Ewald komplettiert werden. Außerdem ist geplant, Serpentinen anzulegen, die vom ehemaligen Zechengelände direkt zum Observatorium führen. Für die Baumaßnahmen hat der RVR einen Förderantrag gestellt.

Hoheward, der Landschaftspark

Die Halde Hoheward ist ein zentraler Baustein des interkommunalen Entwicklungsvorhabens "Hoheward, der Landschaftspark" der Städte Herten und Recklinghausen sowie des RVR in Zusammenarbeit mit der RAG Aktiengesellschaft.

Mit dem Landschaftspark wollen die Projektpartner diesen vom Bergbau stark geprägten Raum zu einem neuen Landschafts- und Lebensraum für die Menschen in der Metropole Ruhr umgestalten. Das rund 750 Hektar große Planungsgebiet zwischen der Autobahn A 2 im Norden und der Emscher im Süden umfasst u.a. den Zukunftsstandort Ewald, die Ewaldpromenade, die Halde Hoppenbruch mit dem Windkraftrad, die Halde Hoheward, den Stadteilpark Hochlarmark sowie Wald- und Naturschutzgebiete wie den Emscherbruch.

(Quelle: Stadt Herten)