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Marl / Kreis RE, 31. Oktober 2008

Begeisterung für "Frühe Hilfen" wecken

Informationsveranstaltung für Fachleute und Interessierte
Frühe Hilfen - Infoveranstaltung - Podium
Frühe Hilfen - Infoveranstaltung
Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes und Bürgermeister von Dormagen Heinz Hilgers sprach gestern in Marl zum Thema „Frühe Hilfen bei Kindeswohlgefährdung“. Er bezeichnete das Modell, das er für die Stadt Dormagen entwickelt hat, als Hilfe zur Selbsthilfe. Neugeborene werden von Vertretern der Stadt „begrüßt“. Die Eltern erhalten ein „Elternbegleitbuch“, das eine ganze Reihe von Maßnahmen der Prävention und Hilfe beinhaltet.

Hilgers beschrieb die Maßnahmen und die sogenannte „Präventionskette“ detailliert. Er belegte dabei, dass solche Präventionsmaßnahmen zwar Anfang erblich kosten, mittelfristig aber die Ausgaben für „Hilfen zur Erziehung“ senken. Er forderte die Kommunen dazu auf, solche Netzwerke der „Frühen Hilfe“ zu entwickeln, warnte aber vor der Auffassung, dass ein Begrüßungsbesuch allein schon als Maßnahme ausreicht. Er forderte ein sorgfältiges Erarbeiten der Netzwerkprozesse und entsprechende Schulung der Mitarbeiter. „Der Kontakt muss zu allererst Wertschätzung vermitteln. Wertschätzung und Hilfsbereitschaft ohne Vorbehalte ist mehr als Toleranz und Fürsorge.“

Als Vertreter der Städte und des Kreises diskutierten Dr. Anke Maier vom Gesundheitsamt des Kreises und der Initiative „Seelische gesundes Kind und Dieter Kullik, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses der Stadt Herten, sowie Volker Mittmann, Jugendamtsleiter der Stadt Marl, der das Projekt „Marlekin“ vorstellte. Die Teilnehmer des Podiums stellten die Netzwerkstrukturen, die zurzeit im Kreis Recklinghausen und in einzelnen Städten existieren vor. Moderiert wurde die Veranstaltung von Werner Arndt, Bürgermeisterkandidat der SPD für Marl.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Cay Süberkrüb, als Landrat 2009 von der SPD nominiert, die Notwendigkeit „Früher Hilfen“ herausgestellt: „Manche sagen, Frühe Hilfen kosten zuviel. Das ist ein Irrtum. Jeder Euro, den wir nicht für Frühe Hilfe ausgeben, wird sich später durch viel höhere Kosten rächen.“