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Bottrop / Kreis RE, 05. November 2008

Cay Süberkrüb: "Wir fordern wir klare Aussagen für den Bergbau und seine Zukunft"

IGBCE-Kohlekonferenz in Bottrop: „Unsere Kohle hat Zukunft“
Kohlekonferenz
Der IGBCE Landesbezirksleiter Kurt Hay stellte die Forderung auf: „Angesichts der immer knapperen Kapazitäten zur Erzeugung von Hochofenkoks am Weltmarkt, rasant gestiegener Kohlepreise und drohender Energieengpässe muss der Ausstieg aus der Kohleförderung in Deutschland neu zu überdacht werden“.

Der Grund für die steigenden Weltmarktpreise für Kohle liegt vor allem in China. Die chinesische Stahlindustrie boomt und braucht viel Koks. Die Folge: überall auf der Welt wird dieser Rohstoff für die Stahlhütten immer teurer. So schließt sich zunehmend die Schere zwischen Importpreisen und den Förderkosten für die heimische Kohle. Der Weltmarktpreis hat sich binnen eines Jahres auf 140 Euro je Tonne mehr als verdoppelt. Bei kurzfristigen Lieferungen liegt der Preis schon jetzt über den durchschnittlichen Förderkosten in Deutschland.

Hannelore Kraft, Vorsitzende der Landes-SPD, setzte sich in ihrer Rede, trotz bestehender Kohlebeschlüsse von 2007, für das Weiterbestehen eines Sockelbergbaus ein. Deutschland droht eine Energielücke. Die deutschen Stahlkocher schreien nach Rettung. 11 Millionen Tonnen Kokskohle braucht die deutsche Stahlwirtschaft im Jahr. Sich bei dieser Weltmarktlage der eigenen Fördermöglichkeiten zu entledigen ist daher absurd.

Schon 1994 hatte der damalige RAG-Chef Werner Müller darauf hingewiesen, dass in Deutschland noch rund eine Milliarde Tonnen guter Kokskohle liegen, die darauf warten gefördert und verarbeitet zu werden. Für die ausreichende Versorgung der heimischen Stahlindustrie müssen, seiner Einschätzung nach, die bestehenden Schachtanlagen erhalten bleiben und neue Zechen und Kokereien gebaut werden.

Mittlerweile wird ernsthaft darüber nachdacht, unter der Regie eines Konsortiums von privaten Investoren, im östlichen Münsterland gelegenen Donarfeld eine neue Zeche abzuteufen. Im Donarfeld liegen ca. 100 Millionen Tonnen. Nach den Kalkulationen kann diese Kohle durchaus ohne Subventionen gefördert werden.

Cay Süberkrüb, SPD-Landratskandidat für den Kreis Recklinghausen, setzt sich mit weiteren Argumenten zum Fortbestand der verbliebenen Zechen ein: „Wo Bergwerke stillgelegt werden, gehen Arbeitsplätze unwiderruflich verloren. Es ist absurd, intakte Strukturen zu zerstören. Auf der einen Seite fördernde Bergwerke zu schließen und auf der anderen Seite neue Zechen abzuteufen ist widersinnig.“

Süberkrüb weiter: „Wenn die Kohlebeschlüsse bis 2018 voll umgesetzt werden, hat das Auswirkungen auf rund 53.000 Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen. Betroffen sind qualifizierte industrielle Arbeitsplätze in der Kohleförderung und der technologisch hoch entwickelten Zulieferindustrie. Zudem droht der Verlust einer großen Zahl von qualifizierten Ausbildungsplätzen. Die Auswirkungen sind insbesondere den Menschen, die in unserer Region leben, nur allzu bewusst und gegenwärtig: Das soziale Gleichgewicht wird gestört. Deshalb fordern wir jetzt klare Aussagen für den Bergbau und seine Zukunft hier bei uns.“