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Kreis RE, 20. Oktober 2008

Gratulation für die Gesamtschulen: Hier findet beste Bildung statt!

Schulleiterinnen und Schulleiter von Gesamtschulen aus dem trafen sich mit Bildungspolitikern der SPD im Kreis Recklinghausen
Cay Süberkrüb, als Landrat 2009 nominiert, Andreas Becker, MdL, Stadtverbandsvorsitzender der Recklinghäuser SPD sowie Felizitas Reinert, stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD, hatten Gesamtschulleiter aus dem Kreis Recklinghausen eingeladen. Mit ein wenig Abstand zu den unqualifizierten Angriffen und Vorwürfen der NRW-Schulministerin Sommer auf die Gesamtschulen ging es darum, über die Fakten und die Leistungen der Gesamtschulen zu reden.

Die Schulministerin hatte nach ihrem gerade überstandenen Prüfungsskandal beim Zentralabitur verkündet, dass es Zeit sei, vom „Light-Abitur“ hin zum „Vollabitur“ an der Gesamtschule zu kommen. Die Gesamtschulen schaffen es nach Ansicht der CDU-Landespolitikerin bisher nicht, „ihre Schüler auf ein vergleichbares Leistungsniveau zu bringen, wie die Gymnasien“. Die durchschnittliche Abiturquote falle an der Gesamtschule um knapp 0,3 schlechter aus als bei den Abschlüssen am Gymnasium.

Die Gesamtschule braucht Respekt und Fairness, aber keinen ministeriellen Verriss. In der Käthe - Kollwitz Gesamtschule in Recklinghausen Süd überzeugten sich die Bildungspolitiker von der Qualität der Arbeit in diesem Schulsystem.

„Lasst doch mal Rüttgers, Sommer und Hovenjürgen gegen drei fitte Gesamtschüler im Streetball antreten: Das ist genau so unfair, wie Kinder mit unterschiedlichsten Bildungsvoraussetzungen ver-gleichen zu wollen,“ brachte Cay Süberkrüb es auf den Punkt.

Die Gesamtschulen scheuen nicht den fairen Vergleich mit anderen Schulformen, ganz im Gegenteil. Die nationale und internationale Schulforschung misst die Qualität einer Schule daran, was die Schule aus den Schülern macht, die ihr anvertraut werden.

Die Gesamtschulen in NRW übernehmen immer noch eine Vorreiterrolle bei der Integration. Sie leisten das, was die stark aussortierenden Gymnasien gar nicht leisten können und wollen: das Fördern stark unterschiedlicher Schülergruppen. Im Konzept der Gesamtschulen ist Platz für die Förderung von Kindern mit unterschiedlichem sozialen Hintergrund, für Kinder deren Eltern sich keine Nachhilfe leisten können oder Kinder aus Migrantenfamilien. Gemeinsam wurde die Forderung erneuert, dass die sozialen Lasten im Schulsystem gerechter verteilt werden müssten: Die Schulen, die Schülerinnen und Schüler mit erheblichen persönlichen Problemen und aus sozial benachteiligten Regionen aufnehmen, müssen durch deutlich mehr Lehrerstunden dazu auch befähigt werden.

An der Gesamtschule wird Seite an Seite gelernt und menschlich voneinander profitiert. Starke und schwächere Schüler motivieren sich gegenseitig und jeder hat die Chance sein Ziel ohne Diskriminierung zu erreichen.

Wenn vor diesem Hintergrund von Frau Sommer anprangert wird, dass die Durchschnittsnote am Gymnasium 0,29 Noten besser sei, dann ist das kein bildungspolitischer Erfolg für das Gymnasium, sondern ein Riesenerfolg der Gesamtschule. Es wird der falsche Eindruck erweckt, als erreichten die Gesamtschulen bei gleichen Bedingungen schlechtere Leistungen.

Die Bildungsforschung weiß schon lange, dass in keinem Land der Welt der Schulerfolg so sehr von der sozialen Herkunft abhängt, wie in Deutschland. Diese wissenschaftliche Erkenntnis ist seit PISA auch Allgemeingut geworden. Die ungerechtfertigten Angriffe diffamieren die Gesamtschule. Sie mindern durch die Herabwürdigung der Abschlüsse die Zukunftsaussichten Tausender Gesamtschüler, die für ihre Leistungen hart gearbeitet haben. In diesem Zusammenhang wurde auch die Sicherung der Oberstufen der Gesamtschulen als besonders wichtig herausgestellt.

Gerade Schülerinnen und Schüler, die mit dem Zeitdruck im neuen achtjährigen Gymnasium nicht zurechtkommen, könne hier erfolgreich Abitur machen.