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22. August 2008
Pressemitteilung des DGB

DGB: NRW-Ministerin Sommer diffamiert Gesamtschulen

- und trifft die Emscher-Lippe-Region
Nachdem die Bildungsministerin des Landes NRW Pannen beim Zentralabitur eingestehen musste, schlägt sie nach Auffassung der DGB-Region Emscher-Lippe nun auf die von ihr ungeliebten Gesamtschulen ein.
Bereits im Frühjahr prognostizierte sie, dass rd. 40 % aller Gesamtschüler und -schülerinnen beim Zentralabitur versagen würden. Jetzt mäkelt sie an dem gerade einmal 0,28 Punkten schlechteren Notendurchschnitt der Gesamtschulabiturenten herum, um diese Schulform in Verruf zu bringen. Nach DGB Meinung ist aber das Abschneiden der Gesamtschüler beim Zentralabitur angesichts der sozialen Zusammensetzung der Schülerschaft ein großer Erfolg dieser Schulform.

Dass NRW-Schulministerin Sommer die Gesamtschulen schlecht redet, hat ideologische Gründe. Für die Förderung von Kindern aus „kleinen Verhältnissen“ und von bildungsungewohnten Einwanderern hat sie wenig übrig. Genau hier liegt aber ein Bildungsschwerpunkt der 17 Gesamtschulen der Emscher-Lippe Region. Und die Gesamtschulen sind hier ein unverzichtbares, leistungsstarkes „Förderband“, um mehr Schülerinnen und Schüler zu höheren Schulabschlüssen zu führen. „Anstatt die Erfolge der Gesamtschule zu würdigen, die es geschafft hat, viele Kinder, die im Gymnasium keine Chance bekommen hätten, zum Abitur zu führen, redet sie die Gesamtschulen und ihre Leistungen schlecht. Damit stört die Ministerin die großen Anstrengungen in der Emscher-Lippe-Region, immer mehr Kinder aus Arbeitnehmerfamilien zum Abitur zu führen“, ärgert sich DGB-Chef Josef Hülsdünker.

Nach Auffassung des DGB wird gerade in Gesamtschulen respektiert, dass ihre SchülerInnen aus Familien mit den unterschiedlichsten Bildungshintergründen stammen. Förderung ist daher Schwerpunkt in der pädagogischen Arbeit dieser Schulen

„Im Gegensatz zur Bildungsministerin meinen wir es ernst mit der Forderung nach besserer und zukunftsfester Qualifizierung von Fachkräften. Wir versuchen, unsere bildungspolitische Position im regionalen Vergleich zu stärken und brauchen deshalb die Gesamtschule, um die Startchancen der Kinder ins Berufsleben durch intensive Förderung zu verbessern. Das Aussortieren von Kindern durch Sitzenbleiben und Schulwechsel Richtung Hauptschule passt zwar in das bildungsbürgerliche Weltbild der Ministerin, hilft aber dem Wirtschaftsraum nördliches Ruhrgebiet überhaupt nicht weiter,“ erläutert Hülsdünker die kritische Haltung des DGB zu den Äußerungen der Landesministerin. Er fordert von der Ministerin, die Voraussetzungen für „längeres, gemeinsames Lernen“ der Schüler bis hin zum Abitur als Notwendigkeit in der Region zu akzeptieren und politisch zu begleiten.


Kontaktdaten:
DGB Region Emscher - Lippe

45657 Recklinghausen
  • Dorstener Str. 27 a
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  • E-Mail: recklinghausen@dgb.de