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09. Mai 2014

„Wir dürfen nie vergessen! Wir müssen Zweitzeuge werden!“

Veranstaltung der Israel Stiftung Kreis Recklinghausen
Nacht über Deutschland - Gesprächsrunde
Nacht über Deutschland - Cay Süberkrüb
Nacht über Deutschland - Publikum
Vor 69 Jahren, am 8. Mai 1945, trat die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht im zweiten Weltkrieg in Kraft. Genau an diesem Tag wurde Rolf Abrahamsohn aus dem Konzentrationslager Theresienstadt befreit.

Um an die nationalsozialistischen Verbrechen zu erinnern und Zeitzeugen zu Wort kommen zu lassen, hatte die Israel-Stiftung des Kreises Recklinghausen zur Veranstaltung „Nacht über Deutschland – Novemberpogrom 1938“ ins Kreishaus eingeladen – Schauspieler Günter Lamprecht und den Vestischen Ehrenbürger Rolf Abrahamsohn.

Landrat Cay Süberkrüb erklärte in seiner Einführung, warum das Thema auch heute noch so wichtig ist: „Die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte unseres Landes ist gerade heute, 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und 75 Jahre nach dem deutschen Überfall auf Polen, enorm wichtig. Wir müssen Lehren ziehen aus dem, was damals geschah. Wir dürfen nie vergessen! Wir müssen Zweitzeugen werden. Erzählen Sie von Ihren heutigen Erfahrungen und geben Sie die Erlebnisse der Zeitzeugen weiter.“

Die ersten Erlebnisse schilderte Günter Lamprecht mit einer Lesung aus seiner Biografie „Und wehmütig bin ich noch immer – Eine Jugend in Berlin“. Er gab den aufmerksam lauschenden Zuhörern Einblicke in das Familienleben während der Nazi-Zeit und ließ die 160 Gäste nachempfinden, wie er als Schüler die Reichspogromnacht erlebte.

Im Anschluss sahen sich alle Anwesenden gemeinsam die ZDF-Dokumentation „Nacht über Deutschland – Novemberpogrom 1938“ an. Eine bewegende Dokumentation von Regisseur Peter Hartl, die auch in der Mediathek des ZDF zu finden ist, und die eine Brücke schlägt zu Rolf Abrahamsohn: Günter Lamprecht und Rolf Abrahamsohn sind Protagonisten der Dokumentation, die die Novemberpogrome 1938 aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Nach der Pause wurde es besonders bewegend: Die beiden Zeitzeugen und Peter Hartl vom ZDF ließen ihrer Zuhörer die Reichskristallnacht auf ganz eigene Weise erleben. Vor allem Rolf Abrahamsohn fesselte den ganzen Saal mit seinen lebendigen Erzählungen.

„Es ist ein großes Geschenk, dass wir Menschen wie Sie, Rolf Abrahamsohn, kennenlernen dürfen. Ich danke allen Beteiligten des heutigen Abends ganz herzlich“, sagte Landrat Cay Süberkrüb zum Abschluss der Veranstaltung.

Link zum ZDF-Dokumentarfilm „ZDF-Dokumentation: Nacht über Deutschland – Novemberpogrom 1938