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16. Januar 2014

Gelebte Inklusion: Lernen und Arbeiten unter einem Dach

Akademie und Gästehaus „Alte Schule“ Recklinghausen eröffnet
Alte Schule - Einweihung - Sozialwerk St. Georg
Vorstand Gitta Bernshausen, Vorstandssprecher Wolfgang Meyer, Landrat Cay Süberkrüb, Betriebsleiterin Simone Liscutin, Referatsleiterin Miriam Reinhardt, Pfarrer Ingo Mattauch – der Alte Schule & Menschen segnete – und Geschäftsführer Holger Gierth (v.l). (Stefan Kuster / Sozialwerk St. Georg e. V.)
Am 16. Januar ist die „Alte Schule“, Bildungsakademie sowie Tagungs- und Gästehaus des Sozialwerks St. Georg in Recklinghausen, feierlich eröffnet worden. Cay Süberkrüb, Landrat des Kreises Recklinghausen, lobte das Sozialwerk für sein beeindruckendes Konzept der „Inklusiven Bildung“, die eine gesellschaftliche Pflicht darstelle: „Wie stellen wir sicher, dass jeder Mensch teilhaben kann an möglichst vielen Angeboten und Möglichkeiten in unserer Gesellschaft– ganz egal, ob er kleine Kinder hat, einen Angehörigen zuhause pflegt oder eben ein Mensch mit Behinderung ist?“, fragte Süberkrüb. Der Landrat forderte: „Wir müssen uns dafür einsetzen, dass möglichst viele Grenzen aufgehoben oder durchlässig werden. Um Arbeitsplätze zu schaffen und mit der Region zu verknüpfen, ist es wichtig, nicht defizit- sondern chancenorientiert zu denken und zu arbeiten.“

Gitta Bernshausen, Vorstand des Sozialwerks St. Georg, sagte: „Nachdem die Alte Schule bereits früher einmal ein Ort des Lernens, des Austauschs und der Begegnung war, freue ich mich ganz besonders darüber, dass dieser Geist der Bildung nun wieder hierhin zurückkehrt.“ Es gelte, Fortbildung als einen Bestandteil strategischer Perspektiven zu betrachten: „wirkungsorientiert, nutzbar und hilfreich für Organisation und Mitarbeitende“. Bedeutsam sei dabei auch ein weiterer Aspekt: „Dieser Ort steht für gelebte Inklusion“ mit Bildungsangeboten für Menschen mit und ohne Assistenzbedarf.

Miriam Reinhardt, Leiterin des Referats „bilden & entwickeln“, benannte die konkreten Ziele am Standort Alte Schule: „Menschen mit und ohne Assistenzbedarf lernen und arbeiten gemeinsam. Viel Wert legen wir auf eine Personalentwicklungsstrategie, die die individuellen Lebensphasen der Mitarbeitenden berücksichtigt. Es gibt Angebote für junge Menschen, Unterstützung für die Einarbeitung und ein breit gefächertes Fortbildungsangebot, das die Professionalisierung der Mitarbeitenden in ihren Aufgabenbereichen zum Ziel hat.“

Bereits im September 2012 fanden in der Alten Schule die ersten Fortbildungsveranstaltungen statt. Das Angebot in der Alten Schule richtet sich an Leitungskräfte, Mitarbeitende, Klientinnen und Klienten, Angehörige sowie bürgerschaftlich Engagierte und Teilnehmende an den Freiwilligendiensten im Sozialwerk St. Georg.

Nach verschiedenen Umbaumaßnahmen eröffnete im September 2013 auch das Gästehaus. Nun stehen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Seminare insgesamt 12 Gästezimmer im Anbau des alten Schulgebäudes zur Verfügung. Das Gästehaus betreibt die ambient assisted living gGmbH, eine 100-prozentige gemeinnützige Tochtergesellschaft des Sozialwerks St. Georg. Die Zimmer wurden neu eingerichtet und bieten Platz für insgesamt 26 Übernachtungsgäste in Einzel- bis Dreibettzimmern. Der Charakter des Hauses macht sich vor allem durch die kleinen Details bemerkbar, die überall im Gebäude zu finden sind.

Die verschiedenen Geschäftsfelder des Sozialwerks St. Georg haben zur Gestaltung des Hauses beigetragen. Im Fokus steht neben der Schaffung von Übernachtungsmöglichkeiten und einer guten Seminarversorgung der Ausbau von Beschäftigungs- und Qualifizierungsfeldern für Menschen mit Assistenzbedarf gemäß der Vision: „Mitarbeitende mit und ohne Assistenzbedarf arbeiten als Team erfolgreich und auf Augenhöhe“. Holger Gierth, Geschäftsführer der aal gGmbH, sagte dazu: „Integrationsprojekte wie die Alte Schule in Recklinghausen ermöglichen es Menschen mit Assistenzbedarf, einen Einblick in verschiedene Tätigkeitsfelder, Berufsbilder und Qualifizierungsmaßnahmen zu erhalten – und damit vor allem eigene Stärken, Fähigkeiten und Neigungen zu entdecken“.

Weitere Informationen im Internet: www.gemeinsam-anders-stark.de.

(Quelle: Sozialwerk St. Georg e.V., Stefan Kuster)