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23. Oktober 2013

Kindersicherheit: Unfälle sind keine Zufälle

Aktion für mehr Kindersicherheit
Aktion für mehr Kindersicherheit
Kinderstühle kennt man. Was aber, wenn der Kinderstuhl plötzlich so groß ist, dass sich erwachsene Menschen mühen müssen, um überhaupt darauf Platz nehmen zu können? Ein solcher Stuhl steht momentan im Recklinghäuser Kreishaus und sorgt für Aufmerksamkeit.

In Deutschland verunglücken jährlich rund 1,7 Mio Kinder unter 15 Jahren bei einem Unfall so schwer, dass sie einen Arzt aufsuchen müssen. Etwa 500.000 dieser Unfälle passieren zu Hause und in der Freizeit, 209.096 Kinder mussten im Jahr 2011 wegen einer schweren Verletzung im Krankenhaus stationär behandelt werden. „Wir möchten mit dieser Ausstellung aufmerksam machen auf die Quellen, die für Kinder gefährlich sein können. Mehr Sicherheit für die Kinder unserer Region ist das Ziel“, sagt Landrat Cay Süberkrüb.

„Unfälle sind keine Zufälle“, bekräftigt Dr. Wiebke Selle, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin. Darum hat sie dafür gesorgt, dass der auffällige Kinderstuhl und die dazugehörigen Informationen im Kreishaus in Recklinghausen zu sehen sind. „Wir sind sehr froh, dass uns die IKK classic finanziell die Möglichkeit gegeben hat, diese Ausstellung ins Kreishaus zu holen“, sagt Dr. Wiebke Selle.

Uwe Hauptreif, Geschäftsführer der IKK classic in Recklinghausen, ist ebenfalls begeistert von der Ausstellung: „Nach geschätzten Zahlen geben wir bundesweit jährlich 120 Millionen Euro für die stationäre Behandlung von Kindern nach Unfällen aus. Dieser große Stuhl ist eine gute Möglichkeit, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Präventionsarbeit ist auch für uns sehr wichtig.“

Dass Kinder in besonderem Maße gefährdet sind, hat unterschiedliche Ursachen. So ist beispielsweise die Reaktionszeit von Kindern unter fünf Jahren doppelt so lang wie bei Erwachsenen. „Auch der Körperschwerpunkt bei kleinen Kindern ist höher als bei Großen, so dass sie schneller umkippen. Hinzu kommen ein großer Forschungsdrang, Neugierde und Unkenntnis der Gefahren. Darum ist es wichtig, dass Erwachsene sensibel sind für die Gefahren, die für Kinder existieren“, sagt Fachbereichsleiter Dr. Richard Schröder.

Der Kinderhochstuhl und die begleitenden Banner der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ zeigen den Kreishaus-Besuchern aber nicht nur die Gefahren auf, sondern auch die Möglichkeiten, wie Unfälle verhindert werden können. Die Ausstellung soll einen Anstoß geben, sich für Kinderunfälle zu sensibilisieren und das Wissen zum Thema Unfallprävention im Kindesalter aufzufrischen.

Die Ausstellung ist noch bis zum Monatsende im Kreishaus zu sehen. Dort gibt es auch Informationsmaterial zum Mitnehmen. Mehr Informationen gibt es auch im Internet: www.kindersicherheit.de

(Quelle: Kreis Recklinghausen)