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Herten / Kreis Recklinghausen, 06. Mai 2013

Das Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs

Lebensadern für die Region
Vestische - Besuch zum Thema Infrastruktur
Im Rahmen der Woche der „Infrastruktur NRW“ informierten sich Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Landrat Cay Süberkrüb sowie Kreistagsmitglieder bei der Vestischen über den Zustand der Infrastruktureinrichtungen und Betriebsanlagen. Anschließend besichtigten sie die Großbaustelle an der Kaiserstraße in Herten, an der der neue Busbahnhof entsteht.

In den nächsten Jahren werden zwei gegenläufige demografische Entwicklungen in Deutschland die Mobilitätspolitik bestimmen. Einerseits werden die Menschen älter und bleiben aktiver, andererseits nimmt der Anteil der jungen Menschen deutlich ab. Schon heute liegt im Kreis Recklinghausen der Anteil der über Sechzigjährigen signifikant über dem der unter Achtzehnjährigen. Dies bedeutet, dass Zugangsbarrieren zum öffentlichen Mobilitätsangebot weitgehend beseitigt werden müssen.

Hinsichtlich des Fahrzeugparks ist man bei der Vestischen bereits gut aufgestellt. So sind im Kreis Recklinghausen ausschließlich stufenlose Niederflurbusse unterwegs, die sich bei Bedarf an den Haltestellen durch das sog. „kneeling“ absenken lassen. Am Ende des Jahres werden alle 222 Fahrzeuge über eine Rampe für Rollifahrer und Videoschutzanlagen verfügen. Neuerdings kauft das Hertener Nahverkehrsunternehmen Linienbusse mit größerer Abstellfläche für Rollatoren, Rollstühle und Kinderwagen.

Erheblicher Investitionsbedarf besteht jedoch bei den Haltestellen. Das Personenbeförderungsgesetz verlangt die vollständige Barrierefreiheit bis 1. Januar 2022. Zwei Drittel der 3600 Haltestellen der Vestischen entsprechen heute noch nicht diesem Standard. Zudem benötigt Gladbeck dringend einen neuen Busbahnhof, um von der Entwicklung nicht abgekoppelt zu werden. Diese anspruchsvollen Ziele können nur annähernd erreicht werden, wenn die entsprechenden Finanzmittel deutlich erweitert werden.

Die Attraktivität einer Region wird auch an einem leistungsfähigen Mobilitätsangebot gemessen. Die Fahrgäste wollen schnell, zuverlässig und pünktlich ihr Ziel erreichen. Das geht aber nur, wenn die Busse ihren Fahrplan einhalten können. Im Netz der Vestischen sorgen bereits 233 Ampelanlagen mit Vorrangschaltungen für ein zügiges Vorankommen der Linienbusse. So lassen auf der B 235 in Datteln die Linienbusse Rückstaus an Ampelanlagen links liegen und werden durch Busschleusen an den neuralgischen Punkten wie der Lukaskreuzung vorbeigeführt. Aktuell arbeitet man im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau des Busbahnhofs an der Beschleunigung des innerstädtischen Busverkehrs in Herten.

Aber ähnlich wie bei den Haltestellen gibt es hinsichtlich der Beschleunigungsmaßnahmen noch erheblichen Investitionsbedarf. An rd. 280 Signalanlagen reihen sich die Busse in den Rückstau während der Rushhour ein.

Sorgen bereitet der Zustand der Straßennetze. Sollen diese Netze ihrer Funktion als Basis einer stadtverträglichen Mobilität auch künftig gerecht werden, müssen die Unterhaltungsbemühungen verstärkt werden. Ein Beispiel: Die Sperrung und Sanierung der Hervester Brücke, die sich noch bis zum Jahr 2015 hinzieht, verursacht bei der Vestischen Kosten in Höhe von rd. 35.000 € pro Jahr, die durch die großräumigen Umleitungsfahrten entstehen.

Einig waren sich alle Teilnehmer, dass der erfolgreiche und bedarfsgerechte Ausbau der Verkehrsinfrastruktur nur gelingen kann, wenn die bestehenden Verkehrsnetze in Stand gehalten und die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur insgesamt auf neue Füße gestellt wird. „Denn ein leistungsfähiger Öffentlicher Personennahverkehr ist für den Kreis und die Emscher-Lippe-Region und deren wirtschaftliche Entwicklung unverzichtbar,“ sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Vestischen, Landrat Cay Süberkrüb

„Würde der Busverkehr im Kreis Recklinghausen über eine allgemeine Nahverkehrsabgabe finanziert werden, könnte die Vestische eine schwarze Null schreiben“, meinte Vestische Geschäftsführer Martin Schmidt. „Bezogen auf den Zuschussbedarf kostet das jeden Einwohner im Kreis 2,66 € pro Monat. Das ist weniger als eine halbe Packung Zigaretten für ein erhebliches Mehr an Lebenqualität.“

(Quelle: Vestische Straßenbahnen GmbH)