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Kreis Recklinghausen, 16. Juli 2012

‚Option-Kultur’ – Bilder in unseren Köpfen…

Haben wir eine Wahl? Ja!
Logo Option-Kultur
Sich der eigenen kulturellen Brille bewusst werden, mit der wir unser Gegenüber betrachten, eröffnet neue Wege.

Das Bundesprogramm XENOS fördert Maßnahmen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung, unter anderem in den Bereichen Betrieb, Verwaltung, Ausbildung, Schule und Qualifizierung. Der Kreis Recklinghausen hat mit dem Bewilligungsbescheid nun offiziell die Projektkoordination im Förderprojekt „Option Kultur – Der Kreis Recklinghausen ist Optionskommune – und will sich interkulturell öffnen“, eines von 110 Projekten bundesweit.

Ausgrenzung beginnt unbewusst. Manchmal schon da, wo Menschen mit ganz unterschiedlichen persönlichen, sprachlichen und kulturellen Voraussetzungen keinen Zugang zu einem Angebot finden können. Die Gründe dafür liegen oft im „Ungesagten“ und „nicht Verstandenen“. Dieses Hindernis soll im Rahmen des Projektes „Option-Kultur“ minimiert werden. Darum werden in der nächsten Zeit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung, des Jobcenters und der Stadtverwaltungen gezielt weitergebildet.

Um mit den Angeboten möglichst praxisnah zu sein, wurden in der ersten Jahreshälfte Interviews mit Mitarbeitern auf verschiedenen Ebenen und aus verschiedenen Bereichen der Verwaltungen sowie mit Migranten-Selbstorganisationen durchgeführt. Die Bedürfnisse und Perspektiven, die aus den Gesprächen und Interviews hervorgehen, fließen in die Entwicklung individueller Schulungsmodule zur Kulturkompetenz mit ein.

Der Projektverbund besteht aus Mitarbeitern des Kreises, der Stadt Recklinghausen, des Rhein-Ruhr-Instituts der Uni Duisburg-Essen (RISP) und des Bildungszentrums des Handels (BZH) in Recklinghausen. Darüber hinaus wirken unterschiedliche Akteure bei dem kreisweiten Projekt mit. Dazu gehören unter anderem die weiteren Städte des Kreises.

So vielfältig die Akteure sind, so vielfältig sind auch die Ansatzpunkte des Projektes: Neben den Weiterbildungen der Beschäftigten setzt das Projekt auch bei der Sensibilisierung von Führungskräften an, bei der Personalwahl verstärkt Mitarbeiter mit anderem sprachlichen und kulturellen Hintergrund zu berücksichtigen. Durch die Schulungen der Lotsen, die im „Haus der sozialen Leistungen“ vor Ort den Kontakt zu den Besuchern herstellen und eine erste Orientierung bieten, soll eine direkte und kulturkompetente Ansprache für Einheimische und Zugewanderte ermöglicht werden. Auch bei der Ausbildung der Nachwuchskräfte für die einzelnen Bereiche der Verwaltung soll das Thema ‚Diversity’ (Fachbegriff; bedeutet: Vielfalt, Verschiedenheit) unter dem Motto „Kulturelle Vielfalt als Chance“ stärker einbezogen werden.

Der Landrat sieht das XENOS Förderprojekt als eine sinnvolle Ergänzung zu den bereits vorhandenen Fortbildungen: „Es ist wichtig, mehr Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen in die Verwaltung zu bringen – und somit die kulturelle Vielfalt der Bevölkerung des Kreises auch dort abzubilden.“

Die inhaltlichen Schwerpunkte der Öffnung im Kreis und in den einzelnen Städten fallen ganz unterschiedlich aus. Sie reichen von Dienstleistungen des Jobcenters über die der Kindertagesstätten und des Bereichs Hilfe zur Pflege bis hin zur städtischen Feuerwehr und dem Straßenverkehrsamt.

DATEN & FAKTEN

Laufzeit des Projektes:
01.01.2012 – 31.12.2014

XENOS Projekte:
Eines von rund 110 Projekten bundesweit

Finanzen:
Gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und durch ESF-Mittel

Anteil an Migranten im Kreis - Mikrozensus:
20 % Menschen mit Migrationshinter-grund, 9,4 % Ausländer

(Quelle: Kreis Recklinghausen)