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22. Dezember 2015

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das alte Jahr ist so gut wie vorbei, das neue hat noch nicht begonnen. Zwischen den Jahren läuft das Leben etwas ruhiger ab. Es bleibt Zeit, zurück zu schauen und nach vorne zu blicken. Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen und Wünsche zu formulieren.

Blicke ich auf das Jahr 2015 zurück, fallen mir gleich zwei sehr traurige Ereignisse ein: Es war der 24. März, als die Germanwings-Maschine in den französischen Alpen abstürzte und 150 Menschen ihr Leben verloren. Darunter auch 16 Schülerinnen und Schüler vom Josef-König-Gymnasiums in Haltern am See mit ihren zwei Lehrerinnen. Ein Tag, der nicht nur die Menschen in Haltern am See tief erschütterte, sondern den gesamten Kreis Recklinghausen betroffen gemacht hat.

Das andere Ereignis ist erst wenige Wochen her: Die Terrorattentate von Paris, Attentate auf friedliche Menschen in Restaurants und auf fröhliche Konzertbesucher. Ein Angriff auf unsere Lebensweise, auf unsere Werte in Europa. Mit diesen Terrorakten soll die freie und offene Art, wie wir leben, zerstört werden. Das alles macht nicht nur traurig - es macht auch wütend.

Gleichwohl, aber auch deswegen sind auch wir im Kreis Recklinghausen aufgerufen, unsere Demokratie entschlossen zu vertreten und zu verteidigen. Wir sind eine weltoffene Region - und das werden wir bleiben. Eine Region, in der die Würde und die Rechte jedes Menschen garantiert sind. Unsere Antwort auf extremistische Terrorakte kann deshalb nur lauten: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.

Auch die Schließung des letzten fördernden Bergwerks Auguste Victoria in Marl und damit das Ende einer Bergbaugeschichte von über 150 Jahren sind ein elementarer Einschnitt. Arbeitsplätze, die für die ganze Region wichtig sind, fallen weg – auch mit der Schließung des letzten Bergwerks im Kreis Recklinghausen vor wenigen Tagen.
Bei diesen bewegenden Themen scheinen die Sorgen und Aufgaben des Tagesgeschäftes fast banal. Aber auch das gehört zu diesem Jahr dazu: Wir haben 2015 genutzt, um die Weichen für die Zukunft für die Menschen im Kreis zu stellen - und sind zum Beispiel dem newPark einen wichtigen Schritt näher gekommen.

• Der Kreis Recklinghausen hat 503 ha Grundstück gekauft, auf dem mehrere tausend Arbeitsplätze entstehen sollen.
• Der Emscherumbau macht riesige Schritte voran,
• der Kreis Recklinghausen erweitert seine für Naturschutz reservierten Flächen am Dorstener Wienbach,
• der Rat der Stadt Gladbeck hat den Weg frei gemacht für den regional so bedeutsamen Lückenschluss der A 52,
• der Haushalt der Kreises entlastet die Stadtfinanzen und ermöglicht
• viele Investitionen etwa in unsere Berufskollegs.

Blicken wir realistisch nach vorne, warten auch 2016 wieder große Herausforderungen auf uns. Derzeit befinden sich weltweit knapp 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Dies ist die höchste Zahl, die jemals von der UNO Flüchtlingshilfe gezählt wurde. Jeden Tag machen sich auf der ganzen Welt tausende Menschen auf den Weg und suchen Frieden, Sicherheit und ein neues Zuhause.

Wir sollten unsere Stärke fühlen und sie nutzen. Wir leben in einem sicheren und privilegierten Teil der Welt. Und das wird auch so bleiben, denn unsere Kultur, unsere Demokratie stehen gegen Hass und Gewalt.

Deshalb wünsche ich uns vor allem eines für das Jahr 2016: Frieden – und Herberge den vielen Menschen, die derzeit auf der Suche nach einem sicheren Zuhause sind.

Cay Süberkrüb

(Quelle: Kreis Recklinghausen)